Kochbücher, Magazin, Veranstaltungen
Schreibe einen Kommentar

Ruben Wester-Ebbinghaus –
Better Burger (Buchvorstellung)

better-burger-suedwest-verlag

Ruben Wester-Ebbinghaus betreibt als Quereinsteiger (er kommt aus der PR-, Event- und Werbebranche) seit 2013 die beiden beliebten Holy Burger Grills in München. Im Mai veröffentlichte er mit „Better Burger“ sein erstes Kochbuch.

Better Burger (Buchvorstellung)„Better Burger für die ganze Familie – mit und ohne Fleisch“ ist der Titel des 160 Seiten starken Kochbuchs. Und diesem Motto wird das Buch dank einer bunten Vielfalt an Rezepten auch gerechtt. Neben diversen Variationen des Klassikers aus Rinder-Hackfleisch finden sich im Kapitel „Burger Delight!“ Rezepte für Pattys aus Fisch, Scampi, Geflügel oder Lamm. Unter der Überschrift „Veggie is edgy!“ finden auch Vegetarier und Veganer ansprechende Burger-Rezepte, zum Beispiel mit Tofu, Feta, Tempeh, Champignons, Halumi, Bulgur, Gemüse oder Bohnen.

Die Rezepte an sich sind verständlich geschrieben und die Zutatenliste nach Patty, Toppings und Buns gegliedert, was das Ganze noch übersichtlicher macht und die das Nachkochen erleichtert. Damit man für seine Burger nicht auf gekaufte Buns zurückgreifen muss, enthält das Buch fünf verschiedene Brötchen-Rezepte, darunter zwei vegane Varianten.

Brioche-Burger-BunsRezepte für Brioche-Burger-Buns erfreuen sich auch bei Food-Bloggern schon seit Jahren großer Beliebtheit. Auch in der New York Times wurde bereits 2009 ein entsprechendes Rezept von Hidefumi Kubota aus dem Comme Ça in Los Angeles veröffentlicht. Tatsächlich sind die Brioche Burger Buns hervorragend, auch wenn beim Testbacken ungefähr 80 g mehr Mehl nötig waren, um die Brötchen halbwegs in Form bringen zu können.
Die Sesam-Buns habe ich nicht ausprobiert, aber die sehr geringe Flüssigkeitszugabe (160 ml Wasser auf 500 g Mehl), das verwendete Magermilchpulver und 25 g Trockenhefe (das entspricht in etwa 75 g frischer Hefe, also vermutlich ein Druckfehler und es waren eigentlich 25 g frische Hefe gemeint) ließen mich beim Lesen stutzig werden.

Better Burger (Buchvorstellung)_04Noch vor den ersten Rezepten gibt es einen kurzen Abriss über gute Burger und worauf bei der Zubereitung besonders zu achten ist. Empfohlen wird hier unter anderem, das Fleisch selber zu wolfen – auf jeden Fall die beste Wahl! Nur hätte ich mir hier ich mir einen Hinweis gewünscht, welche Teile vom Rind sich besonders eignen, angegeben wird lediglich ein maximaler Fettgehalt von 20 %. Ob allerdings der Absatz „Burger richtig essen“ wirklich nötig ist, sei mal dahingestellt. Gut gefällt mir hingegen die stete Empfehlung Bio-Hackfleisch zu verwenden. (Auch in den Holy Burger-Filialen wird ausschließlich auf Bio-Rinderhackfleisch gesetzt.)

Holy Burger in Haidhausen

Auf die 38 Burger-Rezepte folgen noch Rezepte für einige typische Beilagen und Basisrezepte verschiedener Burger-Saucen. Mit dabei sind unter anderem BBQ-Sauce, Ketchup, Pesto alla Genovese, Mayonnaise und deren vegane Schwester. Den Abschluss bilden ein paar Dessert-Rezepte.

„Better Burger“ ist für meinen Geschmack etwas zu bunt gestaltet, besticht aber mit tollen Food-Fotos. Als störend empfand ich allerdings die hier und da eingestreuten, relativ sinnfreien Phrasen. Ein Beispiel: „Burger ist wie Hip Hop: kennt jeder, macht Spaß und die ganze Familie kann mitmachen.“

Schwarzer-Bohnen-BurgerUm die Rezepte zu testen, habe ich mich für zwei vegetarische Burger entschieden. Der Burger mit einem Patty aus schwarzen Bohnen gelang sehr gut. Die Masse ließ sich einfach zubereiten (ich habe getrocknete, schwarze Bohnen verwendet, diese 12 Stunden im Kühlschrank quellen lassen und anschließend weich gekocht), gut formen und anbraten. Die Sauce aus Balsamico-Essig, Honig und Senf passt sehr gut dazu. Auf jeden Burger soll laut Rezept noch eine halbe Avocado, diese habe ich bei meinem Burgertest allerdings weggelassen. Ich fand die Tomaten, den Rucola und die Sprossen, die auch noch auf den Burger gehören, vollkommen ausreichend. Mit den selbstgebackenen Brioche-Burger-Buns hat mich der vegetarische Schwarze-Bohnen-Burger vollkommen überzeugt und ich werde ihn auf jeden Fall häufiger zubereiten.

GemüseburgerDer zweite Test-Burger war mit einem Gemüsepatty aus Zwiebeln, Knoblauch, Karotte, Zucchini, Haferflocken und Edamer. Unpraktisch fand ich hier aber die erforderliche Menge von einem halben Ei. Mehl kommt nicht in die Masse, dafür sollen die Pattys, nachdem die Masse 1 Stunde im Kühlschrank geruht hat, in Mehl gewendet werden. Da die Gemüsepatty-Masse sehr weich ist, lässt sich das nur schwer umsetzten. Das nächste Mal würde ich das Mehlieren wahrscheinlich auslassen, und die geformten Pattys direkt in die Pfanne geben. Braten lassen sie die vegetarischen Burgerpattys aber gut und in gegartem Zustand zerfallen sie auch nicht. Als Topping sind BBQ-Sauce, Tomaten und Eisbergsalat vorgesehen. Der Gemüseburger war vollkommen in Ordnung, konnte geschmacklich aber nicht mit dem Schwarze-Bohnen-Burger mithalten.
Für die Beilagen habe ich die Rezepte für die Wedges und die Süßkartoffelchips ausprobiert. Beides war unkompliziert und hat geschmeckt.

Ruben Wester-Ebbinghaus – Better Burger (Südwest Verlag)Mein Fazit:
„Better Burger“ von Ruben Wester-Ebbinghaus ist ein nettes Kochbuch für Burgerfans. Es enthält viele Ideen abseits vom klassischen Hamburger sowie spannende vegetarischen Alternativen. Wie erwähnt hat es leider aber auch ein paar Schwachstellen.

Das Buch erschien im Mai 2015 im Südwest-Verlag und ist für 16,99 € zu haben.

 

Die Veranstaltungs-Fotos entstanden bei der Buchpräsentation am 18. Mai bei Holy Burger in Haidhausen.

Vielen Dank an den Verlag, der mir das Buch freundlicherweise zur Besprechung zur Verfügung gestellt hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *