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Historischer Metzgersprung
in München

Münchner Metzgersprung am Fischbrunnen auf dem Marienplatz

Es ist ein alter Brauch der Metzgerzunft, ihre jungen Metzgerlehrlinge mit einem Sprung in den Fischbrunnen freizusprechen. Der Ursprung dieser Handwerkstradition lässt sich nicht zweifelsfrei belegen, liegt aber viele Jahrhunderte zurück.
Seit 1995 findet der historische Münchner Metzgersprung wieder alle drei Jahre statt, dabei wäre er nach dem Zweiten Weltkrieg fast in Vergessenheit geraten …

Kurz und knapp

Der Münchner Metzgersprung ist zeitgleich mit dem Schäfflertanz entstanden, so lautet die am weitesten verbreitete Annahme. Nach einer Pestepidemie vor gut 500 Jahren lockten die Schäffler gemeinsam mit den Metzgern die verängstigten Münchner mit Tanz und Musik wieder aus ihren Häusern.
Die Schäffler tanzten durch die Straßen und bewiesen so, dass die Luft rein war. Auch vom Wasser ging keine Gefahr mehr aus, was die Metzger mit einem beherzten Sprung in den Fischbrunnen zeigten.
Als Dank dafür erhielten die Schäffler das Privileg, ihren Tanz alle 7 Jahre aufzuführen, die Metzgerzunft durfte fortan ihre Lehrlinge in aller Öffentlichkeit am Fischbrunnen freisprechen.

Andere Quellen besagen, dass der Metzgersprung schon viel früher entstanden ist, in der Zeit von Kaiser Ludwig IV., dem Bayern, und der Brauch nach der Pest in München lediglich wieder auflebte. Welche Version korrekt ist, lässt sich nicht eindeutig beweisen. Zweifelsfrei belegt ist allerdings, dass die Freisprechung der Metzger am Fischbrunnen eine jahrhundertealte Tradition ist, die ursprünglich am Faschingsmontag stattfand.

Zwischen 1928 und 1954 fand der traditionsreiche Metzgersprung nicht statt, seit 1995 wird er wieder regelmäßig alle drei Jahre im September gefeiert. Der nächste Metzgersprung ist am 11.09.2016 auf dem Münchner Marienplatz am Fischbrunnen.

Die Legende vom Münchner Metzgersprung

Als im Haus meiner Großeltern eine alte Festtagstracht auftauchte, wie sie junge Metzgerssöhne trugen während sie auf Pferden reitend den Festzug anlässlich des Metzgersprungs anführten, begann ich mich für diesen alten Brauch zu interessieren. Leider konnte die Tracht nicht gerettet werden, aber ein paar originale Familienfotos sind noch erhalten.

Metzgersprung München Metzger Wagner - 01 Metzgersprung München Metzger Wagner - 03 Metzgersprung München Metzger Wagner - 02

Auf der Suche nach dem Ursprung dieser Tradition der Metzgerzunft stieß ich auf viele faszinierende Quellen. Die Erzählungen von Anton Mayer (1818 – 1878) [1], Benefiziat an der Domkirche, und Anton Baumgartner (1761 – 1831) [2], Polizeidirektor, königlicher Baurat und Inhaber der goldenen Bürgermedaille, sind dabei die wichtigsten Quellen für die folgende Schilderung.
Wie schon eingangs erwähnt, kann nicht mit Gewissheit gesagt werden, ob es sich damals tatsächlich so zugetragen hat, aber so oder so ist es eine schöne Legende, die den Ursprung des Metzgersprungs plausibel erklärt. Bei genauem Hinsehen findet man in München noch zahlreiche Hinweise, welche auf diese alte Tradition hinweisen, doch dazu im → Abschnitt über den Fischbrunnen mehr.

Anton Mayer hat sich seinerzeit bereits größte Mühe gegeben, die Entstehungsgeschichte des Metzgersprungs in München zu rekonstruieren. Anfang 1865 erschien sein vierteiliges Werk Der Schäfflertanz und der Metzgersprung – Versuch einer historischen Beleuchtung dieser Münchner Wahrzeichen im Münchner Sonntagsblatt – illustriertes Volksblatt für Unterhaltung und Belehrung [1].

Interessanterweise herrschte schon damals Uneinigkeit über die wahren Ursprünge des Spektakels am Fischbrunnen auf dem Marienplatz. So widerspricht Mayer vehement der Hypothese von Felix Josef Lipowsky (1764 – 1842), dass der Metzgersprung – genauso wie der Schäfflertanz – auf die Saliertänze im alten Rom zurückgeht.

Glaubt man den Erzählungen von Anton Mayer, entstand der Metzgersprung nicht in München, sondern 1346 in Nürnberg. Im Heiligen Römischen Reich regte sich Widerstand gegen die Macht des Wittelsbacher Kaisers Ludwig IV., genannt „der Bayer“. Einige Nürnberger Zunftmeister, Anhänger von Karl aus dem Hause Luxemburg – Kaiser Ludwigs Kontrahenten – verabredeten sich am 15. Februar 1346 vor einem großen Brunnen und planten die Partei Ludwigs IV. gefangen zu nehmen.
Zwei Metzgerjungen bekamen davon Wind, versteckten sich im Brunnen und belauschten die Verschwörung. Sie berichteten ihren Meistern davon und so konnte der Plan vereitelt werden. Als Dank dafür erhielt die Nürnberger Metzgerzunft von Kaiser Ludwig dem Bayern das Privileg, ihre Lehrlinge feierlich in der Öffentlichkeit am Schönen Brunnen freizusprechen.

Das Denkmal von Kaiser Ludwig dem Bayern

Nur ein Jahr später starb Ludwig der Bayer am 11. Oktober 1347 auf einer Bärenjagd in Puch bei Fürstenfeldbruck. Sein Konkurrent Karl nahm seinen Platz als Kaiser Karl IV. ein und der Brauch, die Lehrlinge am Brunnen in Nürnberg freizusprechen, geriet in Vergessenheit. Wie es der Zufall wollte, waren Sewald Sneyder und Michael Tumblinger – die beiden Metzgerjungen, die sich im Brunnen versteckt hatten – gebürtige Münchner und nur für ihre Lehrzeit in Nürnberg.
Als sie in ihre Heimatstadt zurückkehrten, brachten sie den Brauch des Metzgersprungs mit. Die Tumblingerstraße entlang des Schlachthofs in München soll nach eben diesem Michael Tumblinger benannt sein, er wurde später Metzgermeister und Zunftführer.

In den kommenden Jahrzehnten fand die Freisprechung der Metzger wohl ohne große Beteiligung der Münchner Bürger statt, bis im Jahr 1426 anlässlich der neu erbauten unteren Fleischbank eine neue „Metzgerzunft- und Fleischverkaufsordnung“ erschien. Laut Mayer wurde damals „wohl zum erstenmal mit großer Feierlichkeit der Metzgersprung am Fischmarkte ausgeführt“ [1].

 

Der Metzgersprung am Ende der Pest

Während der „schwarze Tod“ München in mehreren Wellen heimsuchte, kam das Leben in der Stadt zum Erliegen – so auch der Metzgersprung.

„Die Reichen verschloßen sich in ihre Häuser, die größten Geschäfte standen still, die Weinschenken hatten keinen Saft, die Bräuer wollten nicht sieden, und da Niemand ausgehen mochte, gab’s auch für Schneider und Schuster wenig Arbeit. Den meisten hatte ja Meister Schreiner das Kleid angemessen und mit Hobelspänen gefüttert, daß Gott erbarm!“ [1]

Mayer spricht von 1517, andere Quellen von 1463, als schließlich „die Metzger und die Schäffler sich einten und durch alten Zunftbrauch und neues Spiel die Münchener ermuthigten, die Häuser zu öffnen und die Geschäfte wieder zu beginnen. Die Schäffler tanzten auf den Straßen und zeigten, daß die Luft wieder gesund, die Metzger sprangen in’s Wasser, um zu beweisen, daß das Wasser keine bösen Stoffe mehr enthalte, wie man bisher geglaubt hatte.“ [1]

„Helf’ was helfen kann, die Brechin ist vorbei, die Luft rein – aber die Noth ist groß – wenn Reifen und Schlegel nichts verdienen, vielleicht hilft die Fidel weiter!“ [1]

Der Legende nach war es Schäfflermeister Martin aus dem Färbergraben, der eines Tages, als alle Vorräte der Familie aufgebraucht und auch das Geld zur Neige ging, seine Geige nahm und begann, auf den Straßen zu spielen, begleitet von seiner Gattin Elsbeth, die mit ihm dazu tanzte wie an ihrem Hochzeitstag.

So lockte er die ersten Schaulustigen an die Fenster ihrer Häuser, bald schlossen sich ihm weitere Schäffler an und unterstützten ihn mit einer Schwegelpfeife, einer Trommel und einem Fass, auf das sie im Takt einschlugen. Auch ein „lustiger Kunde in scheckigem Gewande“ [1] stieß dazu und sorgte mit seinen Possen für Gelächter. Das bunte Treiben ging mehrere Tage und auch die Metzger belebten ihr traditionelles Freisagen am Fischbrunnen wieder.

Mit Trommel und Pfeife zogen die Metzgerlehrlinge in Felle gewickelt, begleitet von Metzgerjungen die auf Pferden ritten und Altgesellen sowie Metzgermeistern durch die Kaufingerstraße zum Fischbrunnen. Die Lehrlinge umrundeten den Brunnen dreimal auf dem Rand, bevor sie mit einem überlieferten Spruch getauft wurden:

Altgeselle: Wo kommst du her aus welchem Land?
Lehrling: Allhier bin ich ganz wohl bekannt, allhier hab ich das Metzgerhandwerk ehrlich gelernt – ebendrum will ich auch ein rechtschaffner Metzgerknecht werd’n.
Altgeselle Ja, ja, allhier hast du das Metzgerhandwerk aufrichtig und redlich gelernt, sollst auch ein rechtschaffener Metzgerknecht werd’n, du sollst aber getauft werden bei dieser Frist, weil du gern Fleisch, Bratwürst und Brat’l ißt.
Sag an mir deinem Namen und Stammen,
Dann will ich dich Taufen in Gottes Namen.
Lehrling: Mit Namen und Stammen heiß ich N.N. in allen Ehren,
Das Taufen kann mir niemand wehren.
Altgeselle: Nein nein, das Taufen kann dir Niemand wehr’n;
Aber dein Namen und Stammen muss verändert werd’n.
Du sollst hinfür heißen Johann Georg Gut,
Der viel verdient und wenig thut! [1]

Im Anschluss daran sprangen die Metzgerlehrlinge ins Wasser, warfen dem umstehenden Bürgern Nüsse zu und bewiesen das Ende der Pest, als sie gesund aus dem Brunnen stiegen.
Währenddessen zogen die Schäffler weiterhin in ihrem besten Arbeitsgewand, mit Buchsbaum geschmückten Reifen durch die Gassen und tanzten – so war der Münchner Schäfflertanz geboren.

 

Die Tradition des Metzgersprungs in den folgenden Jahrhunderten

Im Gegensatz zum Schäfflertanz, der nur alle 7 Jahre stattfindet, wurde der Metzgersprung seit dem jährlich – wohl mit einigen Unterbrechungen – am Faschingsmontag abgehalten.
Zum traditionsreichen Metzgersprung gehörten ein Gottesdienst in der St. Peterskirche und ein festlicher Umzug. Angeführt von jungen Metzgersöhnen „in schwarzen Beinkleidern, rothen Westen und Röckerln, mit grünen Hüten auf dem Kopfe, den Stahl an der Seite (ächt metzgerisch angezogen)“ [2] auf munteren Metzgerpferden und von zahlreichen Musikanten. Gefolgt von den Lehrlingen, die freigesagt werden sollten, im roten Janker und weißer Schürze, Metzgergesellen und dem Altgesellen, der die Lehrjungen freisprach, sowie sogenannten „Beymeistern“.
Teil des Umzugs waren ebenfalls zwei ernannte „Hochzeiter“, ein Metzgersohn und ein Knecht, die eine Kanne und einen mit Wein gefüllten Becher, den „Willkomm“ trugen.

Der Festzug führte über die königliche Residenz, um dem König und der königlichen Familie zu huldigen, auf den Marienplatz. Nach dem 12 Uhr-Läuten erschienen die Lehrlinge in weißer Kleidung – zum Teil auch in Schaffellen gekleidet – und mit Kalbsschwänzen behängt am Fischbrunnen. Sie gingen dreimal auf dem Rand des Brunnens herum, der Altgeselle brachte die Gesundheiten aus (eines dieser Lebehochs war zum Beispiel: „Seiner Majestät unser allerdurchlauchtigster großmächtigster König und Herr, der Erhalter der bürgerlichen Selbstständigkeit Bayerns unser allergnädigster Landesvater Ludwig lebe hoch!“ [2]) und sprach die Lehrlinge mit oben erwähntem Spruch frei. Die Metzgerlehrlinge sprangen schließlich in das Bassin des Brunnens, warfen Nüsse, Äpfel und anderes Obst in die Menge der Schaulustigen und bespritzen diese mit Wasser aus dem Brunnen.

Der Sprung der Lehrlinge in den Brunnen hat an dieser Stelle noch eine weitere Bedeutung, „denn nunmehro haben sie alle Unarten der Lehrlinge wohl von sich abgewaschen, und zugleich durch diese Zeremonie versprochen, in ihrem Handwerke alle Reinlichkeiten zu beachten.“ [2]

Die jungen Metzgersöhne hingen anschließend jedem Lehrling ein rotes Band mit Münzen um den Hals und von diesem Moment an waren sie freie Gesellen. Jeder Metzgergeselle hatte nun noch die handwerksmäßigen Beiträge an die Zunft zu entrichten und der Abend sowie der Faschingsdienstag wurde „dem Tanze und der erlaubten Fröhlichkeit gewidmet“. [2]

 

Der Metzgersprung heute

Bis 1928 wurde der Brauch am Fischbrunnen fortgeführt. Während des Zweiten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit fand der Metzgersprung nicht statt. Erst am 18. Juli 1954, als der neu gebaute Fischbrunnen feierlich enthüllt wurde, sprangen die Metzger wieder in das Bassin des Brunnes.[3]

Seit 1995 findet im September die Freisprechung ausgewählter Metzgerlehrlinge regelmäßig alle drei Jahre statt. Nach dem Gottesdienst, dem Umzug und festlichen Reden – unter anderem vom Münchner Kindl – folgt der Sprung der Lehrlinge in den Fischbrunnen. Anschließend werden am Viktualienmarkt Leberkäsesemmeln für einen guten Zweck verkauft.
Der nächste Termin für den traditionsreichen Münchner Metzgersprung ist am Sonntag, 11.09.2016.

Hier ein paar Eindrücke vom letzten Metzgersprung in München am 08.09.2013:

 


Über den Fischbrunnen auf dem Marienplatz in München

Der Fischbrunnen vor dem neuen Rathaus ist der zentrale Treffpunkt in der Münchner Innenstadt, in ihm werden am Aschermittwoch die Geldbeutel gewaschen – was für ausreichend finanzielle Mittel sorgen soll – und er ist Schauplatz des Metzgersprungs.
Bereits im Jahr 1318 soll hier ein Ziehbrunnen gestanden haben. Dreißig Jahre später wurde dieser durch den sogenannten Markt- oder Bürgerbrunnen ersetzt.

Damals hieß der Marienplatz noch Schrannenplatz und diente als Marktplatz für Getreide und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse. Als dieser schließlich zu klein wurde, zogen die Marktkaufleute am 02. Mai 1807 auf den heutigen Viktualienmarkt um.
Bis dahin setzten Fischermeister immer Donnerstagabends ihren Fang aus den bayerischen Seen in einzelnen Behältern in den Marktbrunnen. Am Freitagvormittag wurden schließlich die frischen, lebendigen Fische zum Verkauf angeboten. So kam der Brunnen auf dem Marienplatz zu seinem Namen „Fischbrunnen“, den er bis heute behalten hat. Am Fischbrunnen war zudem eine Tafel angebracht, die gemäß Polizeiverordnung vorschrieb, wie groß die Karpfen, Brachsen, Hechte, Huchen, Krebse, etc. für den Verkauf sein mussten, um den Beständen nicht zu schaden.

Als der alte Brunnen bereits jahrelang trocken stand, da sein Becken irreparable Risse hatte, gestaltete der Bildhauer Konrad Knoll einen neuen Brunnen, welcher 1866 in Betrieb genommen wurde. Der neue Fischbrunnen fand großen Anklang bei der damaligen Bevölkerung, denn die Motive stellten einen alten Münchner Brauch und seinen vermeintlichen Ursprung dar – den Metzgersprung.

In einer Beilage der Allgemeinen Zeitung vom 26. Oktober 1866 wurde der neue Fischbrunnen folgendermaßen beschrieben:

„In dem großen achteckigen (vom Steinmetzmeister Michael Weigel ausgeführten) Brunnenbecken steht der Brunnenstock, als unterstes Stockwerk und Träger des bedeutsamen heitern Kunstwerks, zur Hälfte, d. h. mit seinem Sockel, im Wasser. Darüber fließt und springt das Wasser aus Delphinen und Löwenköpfen in einzelne vortretende große Muscheln, oder unmittelbar in das große Becken.
Zwischen ihnen an zwei sich entgegenstehenden Seiten haben je zwei Knaben in der bezeichneten Tracht der Metzgerlehrlinge Platz genommen, und belustigen sich damit das Wasser aus den Eimern zu schütten, während sie die Körbe mit den lockenden Früchten hinter sich bergen.
Das Postament vor welchem sie sitzen, und an welchem die Delphine als Strebepfeiler sich aufrichten, dient vier jüngern Knaben zum Standort, die mit ihren Blasinstrumenten das Lebehoch begleiten das der Altgesell über ihnen auf der Platte der achteckigen Säule, an die sie sich anlehnen, mit erhobenem Becher, die Weinkanne in der Linken, dem Königshaus ausbringt. Sie stehen zwischen Tannenbäumen, deren Kronen einen Kranz über ihren Häuptern bilden, und an denen Wappenschilder angebunden sind mit den bayerischen „Wecken“, mit dem „Münchener Kindel“ und mit den Urkunden über die Errichtung durch die Stadt München und über Erfindung und Ausführung durch Konrad Knoll.
Hat Knoll die Motive die ihm der „Metzgersprung“ an die Hand gegeben glücklich benutzt, so hat er auch nicht vergessen an die Geschichte seines Ursprungs zu erinnern, an die Pest. Allein mit richtigem Gefühl hat er dem Angst und Schrecken erregenden Bild keine hervorragende Rolle in seiner heitern Darstellung angewiesen. Im Schatten der breiten Muscheln, hinter den herabfließenden Wassern versteckt, kauern die unheimlichen Schwestern Pest und Cholera mit ihren giftigen Schlangen. Aber unbesorgt spielen über ihnen muntere Fische und letzen Taubenpaare sich am sprudelnden Wasser.“
[4]

Ein Bild davon findet Ihr zum Beispiel → hier.

Konrad Knolls Fischbrunnen wurde am 07. Januar 1944 bei einem Bombenangriff fast vollständig zerstört.
Musikanten Karlstor MünchenZehn Jahre später floss wieder Wasser im erneuerten Brunnen, den Josef Henselmann entworfen hatte.
Drei Metzgerjungen von Knolls Brunnen befinden sich heute an der Mittelsäule des Fischbrunnens. Auf der Säule thront ein Fisch, der an die Nutzung des Stadtbrunnens auf dem damaligen Schrannenplatz erinnert.
Drei der vier Musikanten, die Knolls Fischbrunnen zierten, sind heute im Torbogen des Karlstors untergebracht.

Fischbrunnen München

 

[1] Der Schäfflertanz und der Metzgersprung – Versuch einer historischen Beleuchtung dieser Münchner Wahrzeichen von Mayer, Anton; München 1865; → Quelle
[2] Willst ein braver Metzger werden? Der Faschings-Mondtag, an welchem die Metzger zu München in den Brunnen springen von Baumgartner, Anton; München 1826; → Quelle
[3] Stadtchronik 1954 – Bemerkenswertes, Kurioses und Alltägliches von Landeshauptstadt München; → Quelle
[4] Knolls Fischbrunnen in München in einer Beilage zur Allgemeinen Zeitung; Freitag, 26. Oktober 1866; → Quelle

2 Kommentare

  1. Dirk sagt

    Hallo,
    hört sich sehr interessant an, wird es in diesem Jahr erneut einen Metzgersprung geben?

    • Hallo Dirk,
      nein, wie gesagt findet der Metzgersprung in München nur alle 3 Jahre statt. Der nächste also erst 2019.

      Viele Grüße
      Matthias

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